Bild und Habitus: Sinnbildungsprozesse bei der Rezeption von by Burkard Michel

By Burkard Michel

Bilder zeichnen sich durch eine eigentümliche Kombination von ikonischer Exaktheit und semantischer Unbestimmtheit aus: Obwohl auf den ersten Blick zu sehen ist, was once auf einem gegenständlichen Bild ‚drauf' ist, bleibt sein Sinn oftmals offen und vieldeutig. Erst in der Interaktion mit den Rezipierenden bildet sich der Sinn - und verändert sich mit ihnen. Wie die sinnerzeugende Interaktion abläuft, untersucht Burkard Michel unter Bezug auf die Habitustheorie Pierre Bourdieus und macht sie damit für die Medienrezeptionsforschung fruchtbar. Rezeptionsprozesse auf foundation des milieuspezifischen Habitus sind demnach nicht als rationalistische Akte ‚reiner Erkenntnis', sondern als praktisches Handeln zu begreifen, das sich "jenseits von Bewusstsein und diskursivem Denken" (Bourdieu) vollzieht. Um diese präreflexive Sinnebene bei der Rezeption von Bildern empirisch zu rekonstruieren, wendet der Autor die Dokumentarische Methode nach Ralf Bohnsack in Verbindung mit dem Gruppendiskussionsverfahren exemplarisch an und entwickelt so die Umrisse einer "praxeologischen Rezeptionsforschung".

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1). „Dabei ist es so, dass der Ausschnitt nicht nur zur Folge hat, dass Wirklichkeit ausgegrenzt wird. “ (Buddemeier 1982, S. 160) Das Bild 53 „Kosmos“ und „Ordnung“ können als das Gegenteil von Chaos und Kontingenz verstanden werden. Wenn ein Bild den Eindruck einer Ordnung vermittelt, dann präsentiert es sich noch nicht automatisch als sinnvoll geordnet, es legt aber durch seine Zurückweisung der Kontingenz die Frage nach dem Sinn nahe. h. die Beziehungen der einzelnen Bildelemente zueinander und zum Bildganzen inhaltlich zu bestimmen und so mit Sinn anzureichern.

160) Das Bild 53 „Kosmos“ und „Ordnung“ können als das Gegenteil von Chaos und Kontingenz verstanden werden. Wenn ein Bild den Eindruck einer Ordnung vermittelt, dann präsentiert es sich noch nicht automatisch als sinnvoll geordnet, es legt aber durch seine Zurückweisung der Kontingenz die Frage nach dem Sinn nahe. h. die Beziehungen der einzelnen Bildelemente zueinander und zum Bildganzen inhaltlich zu bestimmen und so mit Sinn anzureichern. 27 Auch die Umgrenzung des Bildes ist demnach nicht als „Reduktion“ gegenüber der Wirklichkeitswahrnehmung zu sehen.

Auch wenn nicht „unmittelbar“ vom Stimulus auf eine Wirkung geschlossen wurde – wie es der „Mythos“ des Stimulus-Response-Modells will –, wurde der mediale Stimulus doch als ‚monolithische’ Einheit gesehen, dessen quasi ‚objektiv’ feststellbaren Merkmale nicht weiter differenziert wurden. Der Beitrag des Stimulus zur Medienwirkung konnte demnach (unbeschadet der intervenierenden Variablen) durch eine Inhaltsanalyse erschlossen werden (vgl. Merten 1994, S. 303). “ (Schulz 1986, S. 112) 16 Da Texte in dieser Perspektive als monolithische Einheiten angesehen werden, deren vermeintlich objektiven Merkmale inhaltsanalytisch ‚ausgezählt’ werden können, stellt sich gar nicht erst die Frage nach dem Sinn eines Textes (vgl.

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